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Stadtführung Philospohie in Berlin

SOPHIE IN BERLIN
Die Philosophie(n) der Stadt

Auf unserer philosophischen Stadttour wollen wir uns den Dichtern und Denkern dieser Stadt zuwenden. Diese Führung ist ebenfalls so aufgebaut das wir auf der Grundlage allgemeiner Daten und Sehenswürdigkeiten über Berlin gleichsam aufsteigen zu den Denkfiguren der deutschen Philosophie(n). Dabei sind Vorkenntnisse hilfreich aber keinesfalls notwendig. Die Tatsache nämlich das Berlin auch den Beinamen Spree- Athen trägt und das nahezu alle berühmten Philosophen der vergangenen 300 Jahre in Berlin lebten und wirkten sollte genug Gesprächsstoff liefern um den philosophischen Geist in uns zu wecken.

So werden wir einige feste Punkte auf dieser Tour ansteuern. Wir treffen Marx und Engels am Schloßplatz; gehen zum Gendarmenmarkt mit seiner berühmten Akademie, sehen den Pariser Platz mit dem Brandenburger Tor, besuchen die Humboldt Universität und werden - vielleicht schon etwas erschöpft - uns am Lustgarten zuletzt über die Tatsache wundern das wir Menschen sowohl Witze verstehen, als auch kitzlig sein können.

Touranfragen für Gruppen bitte an Kulturplanung Berlin.
Tel. 030 / 275 745 61 / Buchungsformular

Namen die auftauchen werden:

- Sophie Charlotte (1669 – 1705)
- Gottfried W. Leibniz (1646 – 1716)
- Friedrich der Große (1712 – 1786)
- Immanuel Kant (1729 - 1804)
- Wihlelm von Humboldt (1767 – 1835)
- Alexander von Humboldt (1769 – 1859)
- Gottlieb Fichte (1762 – 1814)
- Friedrich W. J. Schelling (1775 – 1854)
- G. W. F. Hegel (1770 – 1831)
- Arthur Schopenhauer (1788 – 1860)
- Ludwig Feuerbach (1804 – 1872)
- Karl Marx (1818 – 1883)
- Friedrich Engels (1820 – 1895)
- Sören Kiergegaard (1813 – 1855)
- Georg Simmel (1858 – 1918)
- Wilhelm Dilthey (1833 – 1911)
- Max Scheler (1874 – 1828)
- Walter Benjamin (1892 – 1940)
- Ernst Cassirer (1874 – 1945)
- Ernst Bloch (1885 – 1977)
- Hannah Arendt (1906 – 1975)
- Rudi Dutschke (1940

„Philosophieren können sie alle – sehen keiner!“

Den genauen Ursprungsort und die genaue Ursprungszeit der Philosophie können wir nicht bestimmen, denn eigentlich hat ja die Philosophie mit dem menschlichen Denken an und für sich bereits begonnen. Im 6. Jahrhundert vor Christi Geburt begannen nun aber einzelne Denker an der Westküste Kleinasiens die Philosophie zu begründen, indem sie sich vom mythisch-polytheistischen Rahmen des damaligen Denkens lösten und eigenständig nach dem Urgrund der Welt suchten. Thales sah den Urgrund der Welt im Wasser, Anaximander in einem belebten Unbegrenzten, Anaximenes in der Luft, Pythagoras sah den Urgrund in der Zahl (und zu dieser Zeit etwa um 550 v. Chr. traten in Indien auch Buddha und in China Laotse und Konfuzius auf), Heraklit sah den Urgrund im Feuer (und in der Veränderung), Parmenides im Seienden (an und für sich), Anaxagoras im Geist, Empedokles in den vier (Grund-) Elementen Erde, Wasser, Luft, Feuer, Demokrit in den Atomen und im Nichts. Auf diese Urgrundphilosophen folgten die Sophisten (Protagoras), welche den Menschen ins Zentrum der Philosophie stellten, dann die (Hoch-) Klassiker (Sokrates, Platon und Aristoteles) und schliesslich die Zeit der drei verschiedenen Schulen im Hellenismus (Skeptiker mit Pyrrhon, Epikureer mit Epikur, Stoiker mit Zenon von Kition). Die römische Philosophie baute stark auf der hellenistischen auf, wobei sie v.a. von der Stoa beeinflusst war (Epiktet, Seneca, Marc Aurel). Bedeutender als die eigentliche Philosophie war im Alten Rom jedoch das Recht (bzw. die Jurisprudenz). Die antike Philosophie kam mit dem Neuplatonismus (Plotin), der einen grossen Einfluss auf das frühe Christentum ausübte, andererseits aber auch selber vom Christentum beeinflusst war, zu einem letzten Höhepunkt.

Die Erscheinung Jesu Christi, welcher von der altisraelitischen Religion aus dem Lande Palästina stammte, brachte eine grosse Umwälzung in der abendländischen Kultur: «Der Christus ist der ganze Logos», sagte der Apologet Justinus. Das Mittelalter war geprägt von der christlichen Philosophie (Theologie); zuerst durch die Patristiker (Kirchenväter wie Augustinus), dann durch die Scholastiker, welche die Uneinigkeit der Kirchenväter erkannten (Petrus Abaelardus), die Einsicht des Glaubens forderten (Anselmus von Canterbury) und die aristotelische (Natur-) Philosophie wieder aufnahmen (Thomas von Aquino). Diese war in Vergessenheit geraten und erst dank der arabischen Philosophie wieder in Erinnerung gerufen worden (Averroës). Aristoteles hatte sich wider die ewigen Ideen Platons eher für das konkrete Denken und Handeln ausgesprochen, womit der Einfluss des idealistischen Neuplatonismus (im Christentum) stark eingedämmt wurde. Er hatte die Metaphysik begründet als Lehre vom Seienden als solchem, die klassische Logik als Lehre von der Widerspruchslosigkeit sowie die systematische Wissenschaft als Lehre von der Ordnung des Wissens. Mit der Wiederaufnahme der Philosophie dieses ersten wissenschaftlichen Systematikers wurde der Bogen zur Neuzeit gespannt, die etwa im 15./16. Jahrhundert begann. Den Übergang bildeten im 14./15. Jahrhundert die Renaissance (Petrarca, della Mirandola, Machiavelli), die späte Mystik (Cusanus) und die Reformation (Luther) sowie die Vorboten eines neuen wissenschaftlichen Weltbildes (Kopernikus, Bruno).
Eine wichtige Figur zwischen Religion und Wissenschaft war in jener Zeit Blaise Pascal, der einerseits als Mitbegründer der Wahrscheinlichkeitsrechnung und als Erbauer einer Additionsrechenmaschine auf sich aufmerksam machte, andererseits auch tiefreligiöse Ansichten von bleibendem Wert äusserte.

Die frühen Wissenschaftsphilosophen und Physiker leiteten im 16./17. Jahrhundert die Aera der rationalistisch-empiristischen (Natur-) Wissenschaft ein (Bacon, Galilei, Descartes), die ihren Höhepunkt in der klassischen Physik des Sir Isaac Newton fand. Der Empirismus (Bacon, Locke, Hume) und der Rationalismus (Descartes, Spinoza, Leibniz) trugen in dieser Zeit einen philosophischen Streit darüber aus, ob die Erkenntnis a posteriori (d.h. den Sinnen nachfolgend) oder a apriori (d.h. den Sinnen vorausgehend) entstehe, sie haben die moderne (Natur-) Wissenschaft aber zusammen begründet: die Empiristen mit der experimentellen Methodik, die Rationalisten mit der mathematisch-systematischen Logik. Danach kamen im 17./18. Jahrhundert die Aufklärer, welche neuen Schwung in die Geisteswissenschaften brachten (Montesquieu, Voltaire, Rousseau) und auch die freiheitlich orientierte Bürgerrevolution begründeten (wider den aus dem Mittelalter stammenden Absolutismus mit der alten Drei-Stände-Gesellschaft von Adel, Geistlichkeit und Drittem Stand). Immanuel Kant (1724-1804) gilt mit der "Kritik der reinen Vernunft" als der grösste Aufklärer aller Zeiten. Bedeutend sind seine Bestimmung der reinen Vernunft, seine Erhebung der menschlichen Urteilskraft und sein Pflichtbegriff aus der grundsätzlichen Freiheit des Menschen heraus. Mit seinem Werk hat er die Aufklärung eigentlich zum ewigen Projekt der Philosophen erhoben. Ein wichtiger Zeitgenosse Kants war Adam Smith, der im Zuge des aufkommenden Industrialismus die sogenannt Klassische Nationalökonomie begründete. Die moderne Philosophie spaltete sich dann mehr und mehr auf in die verschiedenen Wissenschaftsgebiete, welche sich von der Philosophie als solcher abgetrennt hatten. Durch die zunehmende Spezialisierung wurde zwar der wissenschaftliche Fortschritt vorangetrieben, demgegenüber entstand aber ein Vakuum bezüglich der verbindenden Sinnfragen. Auch in der Philosophie selber fand eine Diversifizierung in verschiedene Teilbereiche statt; dies wurde besonders deutlich bei den individualistischen Philosophen im 19. Jahrhundert (Schopenhauer, Stirner, Kierkegaard, Nietzsche). Sie stellten das Individuum und dessen Willen ins Zentrum ihrer Philosophie und leiteten, wie es Nietzsche formulierte, eine «Umwertung aller (klassischen) Werte» ein. Nietzsche erwies sich dabei nicht nur als Antichrist, sondern eigentlich auch als Antiphilosoph, denn er kritisierte nicht nur das Christentum gnadenlos, sondern auch die (klassische) Philosophie und die Ethik der Philosophen. Gerade (und eigentlich ausschliesslich) in der Darstellung seiner radikalen Gegenposition war er indessen interessant für die kommenden Philosophen, welche nun quasi eine neue gemeinsame Linie fanden in einer radikalen Kulturkritik. Bedeutende neue Ansätze kamen nun eher aus den Wissenschaften als aus der Philosophie, etwa mit der Psychoanalyse (Freud) oder der Relativitätstheorie (Einstein), oder auch aus der Politik, etwa mit der Ökologie. Als bedeutendste rein philosophische Erscheinung kann im 20. Jahrhundert der Existenzialismus angeführt werden (Jaspers, Heidegger, Sartre, de Beauvoir, Camus), dessen Wurzeln aber im 19. Jahrhundert bei Sören Kierkegaard (1813-1855) liegen. Dessen Existenzialismus war vielleicht schon ein bedeutender Hinweis, dass sowohl die Philosophie wie auch die Theologie heute eigentlich mehr und mehr eine Existenz am Rande der Wissenschaften und deren rationalistisch-empiristischer Methodik, Pragmatik und Systematik führen. Anzumerken ist schliesslich ein bedeutender Einfluss in der Philosophie aus dem Bereich der sogenannten Esoterik (u.a. mit einem gesteigerten Interesse an der fernöstlichen Philosophie). Die aktuellen Weltprobleme und die ewigen Fragen um Sinn und Sein werden die Menschheit weiter beschäftigen.