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Checkpoint Charlie Berlin
(Informationen zum Museum)


Das Mauermuseum in Berlin - Haus am Checkpoint Charlie
Das Haus am Checkpoint Charlie zeigt heute eine fast unüberschaubare Vielzahl an Exponaten, an originalen Hilfsmitteln, die Menschen zu ihrer Flucht aus der DDR gebrauchten. Man muss das winzige Auto gesehen haben, dessen Kofferraum an der Grenze nicht kontrolliert wurde, weil sich kein Grenzler vorstellen konnte, dass sich darin jemand verstecken konnte. Oder die beiden aufgeschnittenen und zusammen geschobenen Koffer, in denen ebenfalls jemand flüchtete. Einer der beeindruckendsten Exponate ist sicher das Selbstschuss-Gerät, mit dem die DDR ihre Grenze nach Westdeutschland schloss.

Geschichte des Museums

Eine erste Ausstellung - eröffnet am 19. Oktober 1962 - war in einer 2 1/2-Zimmer-Wohnung in der berühmten Bernauer Straße. In ihrer ganzen Länge war die Straße geteilt; die Häuser im Osten geräumt und die Fenster zugemauert. Wir appellierten an die Touristen, den Grenzsoldaten dankbar zu sein, die nicht gezielt feuern: "Durchschaut die Uniform!" Mancher der Grenzsoldaten wusste sich verstanden und kam nach seiner Flucht und wurde Mitkämpfer.

Der starke Besuch ermutigte, nach neuen Räumen zu suchen: Am 14. Juni 1963 wurde das "Haus am Checkpoint Charlie" eröffnet und zu einer Insel der Freiheit im letzten Gebäude direkt vor der Grenze. Hier konnten Fluchthelfer durch ein kleines Fenster alle Bewegungen am Grenzübergang beobachten, hier waren Geflüchtete stets willkommen und wurden unterstützt, hier wurden Fluchtpläne ausgedacht und immer gegen das Unrecht in der DDR gekämpft.

Es galt, das "beste Grenzsicherungssystem der Welt" (DDR-Armeegeneral Karl Heinz Hoffmann) zu veranschaulichen und den Beistand der Schutzmächte - dies bis zur Panzerkonfrontation USA/UdSSR. Weitere Ausstellungen entstanden folgerichtig: 1973: "Maler interpretieren DIE MAUER", 1976: "Berlin - Von der Frontstadt zur Brücke Europas", 1984: "Von Gandhi bis Walesa - Gewaltfreier Kampf für Menschenrechte".

Freundschaften mit Fluchthelfern brachten uns Heißluftballons, Fluchtautos, Sessellifte, ein Mini-U-Boot. Aktivisten im Widerstand verdanken wir ein unter Lebensgefahr abgebautes Selbstschussgerät sowie ein Mauerstück der Rohrauflage - herausgeschlagen von "Mauerläufer John Runnings".

Auch dürfen wir uns das erste Museum des internationalen gewaltfreien Kampfes nennen. Unter unseren Exponaten sind die Schreibmaschine der Charta 77, der Hektograph des illegalen Periodikums "Umweltblätter", Tagebuch und Sandalen von Mahatma Gandhi. Von Elena Bonner die Totenmaske ihres Lebensgefährten Andrej Sacharow.

Über hundert Militärmuseen gibt es in der Welt. In einer Epoche wachsender Verantwortlichkeit für unseren Heimatplaneten werden sicher noch weitere Museen des internationalen gewaltfreien Kampfes entstehen. "Die Welt ist so gut gebaut, dass es gegen jedes Unrecht stärkere, es bezwingende Gegenkräfte gibt. ...In allem Unrecht dauert das Recht fort, in aller Unwahrheit die Wahrheit, in allem Dunkel das Licht" - Worte von Mahatma Gandhi.

Adresse:

Friedrichstr. 43-45, 10969 Berlin - Kreuzberg
Tel.: (030) 25 37 25-0 (Bürozeiten 9.00-17.00Uhr)
Infotelefon: 25 29 62 45
Fax.: (030) 251 20 75

Stadtplan Ansicht / Fahrinfo

Postanschrift: Postfach 61 02 26, 10923 Berlin

Offnungszeiten:
An allen Tagen des Jahres geöffnet von 9.00 bis 22.00 Uhr
Anfahrt:
Sie erreichen das Museum am Checkpoint Charlie am besten mit den Berliner Verkehrsbetrieben BVG: Linie U6 Bahnhof Kochstraße (Behindertenaufzug) Linie U2 Bahnhof Stadtmitte Buslinie 129

Für Reisebusse stehen am Museum Parkplätze zur Verfügung.

Eintrittspreise:

  • Erwachsene 9,50 EUR
  • chüler, Studenten etc. 5,50 EUR
  • Gruppen ab 10 Personen 5,50 EUR p.P. (keine Voranmeldung erfolderlich)

Filmvorführungen: täglich von 9.00 - 22.00 Uhr


Fakten zur Mauer

Das DDR-Grenzsicherungssystem "Ring um Berlin (West)" Stand: 31.Juli 1989

  • Gesamtlänge des "Ring um Berlin (West)": 155,0 km
  • davon: Länge zwischen Berlin (West) und Berlin (Ost): 43,1 km
  • Länge zwischen Berlin (West) und der DDR: 111,9 km
  • Betonplattenwand mit Rohrauflage oder eingelassenem Rohr: 106,0 km
    (3,5 bis 4,2 m; nur Grenznähe, nicht mitgezählt im rückwärtigen Gebiet, wo häufig dieselbe Mauer oder eine Mauer aus drei Platten stand.
  • Metallgitterzaun: 66,5 km
  • Beobachtungstürme: 302
  • Bunker: 20
  • Hundelaufanlagen: 259
  • Kraftfahrzeug- Sperrgräben: 105,5 km
  • Elektrischer Kontakt- bzw. Signalzaun: 127,5 km
  • Kolonnenweg: 124,3 km
  • Maße eines Mauersegmentes
    - Höhe 3,60 Meter
    - Breite 1,20 Meter
    - Tiefe am Fuß 2,10 Meter
    - Wandstärke 0,2 Meter am Fuß; 0,1 Meter oben
  • Gewicht 2,6 Tonnen
  • Material Stahlbeton hoher Dichte

"Ring um Berlin (West)" (13.08.1961 bis 09.11.89)
Todesopfer und Fluchtversuche

  • geglückte Fluchtversuche 5.075
  • davon Angehörige bewaffneter Verbände 574
  • Todesopfer 239
  • Todesopfer des DDR-Grenzregimes insgesamt 938
    (1948-1989); einschließlich innerdeutsche Grenze, Ostsee, andere Ostblock-Staaten)

Rundgang Mauerstreifen

Checkpoint Charlie War der Übergang Prinzenstraße Bundesbürgern vorbehalten, so durften am legendären Checkpoint Charlie nur Ausländer und Diplomaten passieren. Der Name entstand als Erläuterung des Kürzels "C": Checkpoint A war Helmstedt, Checkpoint B Dreilinden und der Checkpoint C wie Charlie lag in der Friedrichstraße. Die riesigen, labyrinthischen Grenzanlagen nahmen einen ganzen Block ein. Dafür wurden unter anderem die Kriegsruinen der 1735 bis 1737 von Friedrich Wilhelm Dietrichs für böhmische Religionsflüchtlinge erbauten Bethlehemskirche abgetragen. Der Grundriss der Kirche ist heute wieder auf dem Vorplatz des Philipp-Johnson-Hauses an der Mauerstraße im Pflaster markiert. Das Grenzkontrollhäuschen der amerikanischen Streitkräfte wurde 1990 abgebaut, später aber durch eine Replik ersetzt. Überragt wird es von einer Auftragsarbeit des Künstlers Frank Thiel, der die Porträts eines russischen und eines amerikanischen Soldaten gegeneinandersetzte. Thiel realisierte sein Werk im Rahmen des Senatsprogramms "Kunst im Stadtraum". Auf dem Gelände der Grenzanlagen entstanden als Büroneubauten das "Triangel" nach Entwürfen von Josef Paul Kleihues und das American Business Center, zu dem neben Bauten von David Childs und Lauber/Wöhr auch das von Altmeister Philip Johnson errichtete Haus zwischen Mauer- und Friedrichstraße gehört. Der lange erhaltene Wachturm des Grenzübergangs wurde im Dezember 2000 vom Grundstückseigentümer abgerissen. Vor der Zimmerstraße 26 erinnert ein Mahnmal an Peter Fechter, der 1962 durch Schüsse schwer verletzt erst nach einer Stunde weggetragen wurde und starb. An der Ecke Friedrich- und Kochstraße liegt das Museum Haus am Checkpoint Charlie.


Was läuft noch im Mauermuseum

Dokumentarfilme auf Endlosbändern zu den Themen der Ausstellungen

Filmvorführungen: täglich von 9.00 - 22.00 Uhr

- „Die Sonette von Moabit“
- „Der Volksaufstand 17. Juni 1953 “
- „Eine Herausforderung – Die Mauer “
- „Tunnelflucht“
- „Flucht mit der BMW-Isetta “
- „Flucht mit einem Ultra-Leichtflugzeug“
- „Checkpoint Charlie“
- „John Runnings auf der Mauer“
- „Ode an die Freiheit “
- „Feuerfest“
- „Rostropowitsch spielt am Checkpoint Charlie“ – 9. November 1989
- „Mahatma Gandhi “
- „ Ungarische Revolution 1956“
- „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ Ausschnitte aus dem Film nach dem Roman von Milan Kundera über den Prager Frühling
- „Putsch in Moskau“, August 1991
- „Eine schwarze Kerze am langsam heller werdenden Weg“- Zum Gedenken an den ukrainischen Widerstandskämpfer Wassyl Stus

Spielfilme und Dokumentarfilme:
Montag bis Sonntag
09.30 bis 17.30 Uhr, jeweils alle zwei Stunden : "Mit dem Wind nach Westen" (Ballonflucht)
19.30 Uhr: "Mein Kampf"
(Dokumentarfilm von Erwin Leiser über das Dritte Reich)